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8. Mai 2016 7 08 /05 /Mai /2016 23:00

Vor 7 Jahren habe ich diesen Blog erstellt. Meine eigentliche Absicht war in diesem Blog von meiner Ausbildung zum Freiwiiligen Feuerwehrmann zu berichten.
Das ganze hat sich mit der Zeit leider oder vielleicht auch etwas zum Glück erledigt.

Es ist viel in den 7 Jahren passiert. Ich hatte verschiedene Jobs. Hab seit 3 fast 3 Jahren endlich eine feste Stelle. Hab nette Menschen real und über Twitter kennengelernt. Ich hatte verschiedene Beziehungen. Bin Vater geworden. Mein Leben ging auch ohne Feuerwehr weiter. Ich halte immer noch die Augen offen. Ich bin immer noch hilfsbereit ohne mich ausnutzen zu lassen auch wenn mir das manchmal Probleme einbringt wie eine Anzeige wegen Körperverletzung. Letzte Nacht habe ich mal weder die 110 angerufen weil ein Imbissbesitzer wohl vergessen hatte seine Ladentür richtig abzuschliessen.

Vielleicht kann ich nur wenig bewirken. Aber ich bewirke etwas.

Und zu der Sieben fällt mir der folgende Song ein:

19. April 2016 2 19 /04 /April /2016 21:18

Wer kennt es nicht. Man hört dieses Lied auf einer Party und jeder singt mit. Aber wissen wir da wirklich was wir da mitsingen?

Das der Klassiker "Bobby Brown" von Frank Zappa eigentlich gar kein Kuschelsong ist sollte ja inzwischen jeder wissen.

Kommen wir aber mal zu einem Deutschsprachigen Song den wirklich fast jeder mitsingen kann:
"Ich war noch niemals in New York" vom inzwischen verstorbenen Udo Jürgens.

Ich hab diesen Song selbst zig mal mitgesungen. Von einem Mann der (wieder) Frei sein wollte und durch die Welt reist. Irgendwo neu anfängt und sich ein neues Leben aufbaut.

Aber Moment was lässt er dafür zurück? Seine Frau, seine Tochter und vielleicht noch weitere Kinder.

Ziemlich hart, oder?

Aber es kommt noch besser. Er nimmt noch mit den Eurochecks oder in der neueren Version die Eurocard wahrscheinlich die Rücklagen der Familie mit.

Zum Glück gibt es ein Happy End. Der Mann lässt nicht seine Familie im Stich.


16. April 2016 6 16 /04 /April /2016 23:47

Es war irgendwann im Dezember. Ich hatte am Samstag eine Spätschicht. Am Sonntag ebenfalls.
Die Fahrt in der Bahn nach Hause war etwas Stressig weil dort eine verwirrte/alkoholisierte Person unterwegs war die ihre Tasche suchte und dabei andere Fahrgäste belästigte. Ich griff prophylaktisch nach dem Tierabwehrspray in meinem Rucksack und steckte es in meine Jackentasche um mich Notfalls wehren zu können. Mit dem Handy rief ich dann eine Station bevor ich aussteigen musste die Polizei um mitzuteilen das hier jemand ist der ein gewisses Eskalationsportal besitzt. Zum Glück stieg dann diese Person aus. Ich hoffe sie hat in dieser Nacht nicht mehr sich oder andere Personen gefährdet. Idealerweise in einer Ausnücherungszelle.

Ich stieg dann an meiner Station aus. Ich brauch so ca. 17 Minuten von Dort bis nach Hause zu Fuß. Ich hatte 2/3 des Weges hinter mir als ich auf der anderen Straßenseite eine junges Paar bemerkte das wohl etwas Stress miteinander hatte. Er hielt sie fest. Ich hatte schon wieder mein Handy in der Hand. Ein Passant den ich auch schon in der Bahn gesehen habe bekam dies auch mit. Stoppte kurz, ging aber weiter als sich die Situation beruhigte.

Ich ging auch langsam weiter. Sie rannte dann auf einmal weg. Der junge Mann hinterher und schmiess sie im vollen Lauf auf die Erde.

Ich hatte das Tierabwehrspray jetzt in der Hand. Der Mann stand über der Frau. Beugte sich über sie. Beleidigte sie. An den genauen Ablauf kann ich mich jetzt nicht mehr erinnern.

Der Mann bekam etwas von dem Tierabwehrspray ins Gesicht. Die Frau rappelte sich auf und lief weg. Ich rief die Polizei selbst an. Äusserte das was passiert ist. Inzwischen machte sich der Mann in die gleiche Richtung wie die Frau davon. Die Leitstelle der Polizei immer noch am Handy folgte ich ihm mit Sicherheitsabstand.

Der erste Streifenwagen traf relativ schnell ein. Die beiden saßen ein Stück weiter und hatten sich wohl auf einmal wieder lieb. Nach der ersten Befragung der beiden kammen zwei Beamte zu mir. Das erste was ich zu dem Beamten sagte war ungefähr dieser Wortlaut: "Sagen sie nicht die beiden sagen jetzt ich hätte sie angegriffen?". Der Polizist bejahte dies. Ich schilderte meine Sicht der Ereignisse mit dem abschließenden Hinweis auf die Beleidigungen des Mannes gegenüber der Frau die ich mitbekommen habe. Nach Abgabe des Tatwerkzeuges, dem Tierabwehrspray, wurde ich informiert das gegen mich jetzt auch ermittelt wird und wurde dann entlassen. Auf dem weg nach Hause fand ich dann an der Stelle an der die Frau vom Mann festgehalten wurde eine Geldbörse. Ich schaute rein. Sie gehörte wohl dem Mann.
Ich rief noch mal die Polizei und übergab die Geldbörse dem Polizisten. Dieser informierte mich das der Mann wohl inzwischen zugegeben hatte die Frau beleidigt und geschubst zu haben.

Mit dem Bedürfniss nach einem härteren Getränk machte ich mich auf den Weg zu meiner Stammkneipe. Diese hatte allerdings schon zu.
Also ging es nach Hause.

Nach ein paar Tagen bekam ich zwei Anhörungsbogen zugeschickt. Einmal als Zeuge der andere war als Täter.

In dem Bogen als Zeuge schilderte ich den Ablauf so genau wie ich konnte.
Mein eingreien Umschrieb ich so:

"Ich entschloss mich geeignete Massnahmen in die Wege zu leiten um die am Boden liegende Frau vor weiteren Gewalteinwirkungen zu schützen ohne mich dabei selbst zu Gefährden."

In dem Anhörungsbogen als beschuldigter verweigerte ich die Aussage. Ich üerlegte ob ich mir einen Anwalt nehmen sollte. Des wäre aber wahrscheinlich teurer gekommen als ein eventuelles Verfahren und eine Geldstrafe.

Ich wartete also mehrere Wochen bis ich einen Brief von der Staatsanwaltschaft bekam. Das verfahren gegen mich wegen schwerer Körperverletzung war eingestellt worden.

Von einem Verfahren gegen den Mann hab ich nichts mehr gehört.

Ich habe nochmal Glück gehabt.

Ich hoffe die Frau hat sich von dem Mann getrennt.

Gelegentlich grübel ich noch immer wie meine Alternativen ausgesehen hätten.

Auch das ich mich vielleicht selbst in Gefahr gebracht habe geht mir noch durch den Kopf.

Genauso geht mir aber durch den Kopf waswohl passiert wäre wenn ich nicht dort gewesen wäre.

4. September 2015 5 04 /09 /September /2015 02:04

Es gibt Bilder die gehen einen nicht aus dem Kopf wenn man sie einmal gesehen hat:

  • Der NVA Soldat der über den Stacheldraht springt und aus der DDR flieht.
  • Der Mann mit dem erhobenen rechten Arm, in der anderen Hand eine Bierdose und der eingenässten Jogginghose.
  • Das nach dem Terroranschlag zerstörte Haus der Familie Genç in Solingen.
  • Der Mordanschlag auf John F. Kennedy.
  • Das nackte durch Napalm verbrannte vietnamesische Mädchen.
  • Die Bilder vom 11. September 2001.
  • Hans Dietrich Genscher auf dem Balkon der Deutschen Botschaft in Prag
  • Das Feuergefecht der Bundeswehr in Prizren 1999

Und viele andere...

Alle diese als Bilder dokumentierten Ereignisse haben etwas verändert und sich in die Geschichte der letzten Jahrzehnte eingebrannt.

Und jetzt der tote Körper einesKleinkindes der angeschwemmt an einem türkischen Strand liegt nachdem ein Boot mit Flüchtlingen gesunken ist. Das Bild ist einfach in meiner Timeline bei Twitter aufgetaucht. Ich konnte zuerst gar nicht erfassen was ich da sehe. Dann überkam mich einfach Trauer.

Manche Leute sagen das man nicht das Leid der Leute zeigen soll. Das sind meist die Leute die wissen was da passiert. Die wissen das eine Flucht übers offene Meer kein Ausflug mit dem Schlauchboot aus dem Supermarkt auf dem Baggersee ist. Wobei das Schlauchboot aus dem Supermarkt wohl zuverlässiger ist als die Seelenverkäufer mit denen die Flüchtlinge von den Schleppern aufs Meer geschickt werden.

Andere Leute wissen das nicht bzw. wollen es nicht wissen. Sie leben in ihrer eigenen Welt. Entweder weil es ihnen egal ist oder sie so ein braunes Weltbild haben das alles was Fremd ist verdammt wird.

Vielleicht wird ja irgendeiner von ihnen durch dieses Bild aufwachen. Vielleicht hat dann auch diese Bild etwas bewirkt.

Vielleicht müssen wirklich ab und zu solche Bilder sein.

28. Mai 2015 4 28 /05 /Mai /2015 12:27

Ja früher gab es keine Gurtpflicht, keine Helmpflicht, Impfungen waren unnötig, Kindersitze waren Luxus und Sex ohne Kondom war normal. Wir alle haben das überlebt. Und da kann ich nur eins zu sagen:

Da haben wir ja noch mal Glück gehabt!

Meine ersten 10 Lebensjahre habe ich autotechnisch meist auf der Rückbank eines viertürigen blauen Ford Taunus TC ( von meiner Mutter zum Schluss "Das blaue Wunder" genannt" verbracht. Gurte gab es nur vorne und einen Kindersitz gab es nicht. Als Säugling und Kleinkind wurde ich dann wohl meist in einem Wäschekorb oder auf dem Arm/Schoß im Auto transportiert.

Das einzige Sicherheitssystem was es also im Auto für mich gab waren die guten Fahrkünste meines Vaters. Hätten wir einen schweren Autounfall gehabt wäre es das wohl für mich gewesen.

Aber ich habe es überstanden und die meisten meiner Generation auch. Andere allerdings nicht. Diese Menschen können meist nicht mehr davon berichten das sie das nicht unbeschadet überstanden haben.

Seit der Einführung diverser Sicherheitsvorschriften im Straßenverkehr in den 70er und 80er Jahren ist die Anzahl der Verkehrstoten immer weiter gesunken obwohl immer mehr Menschen in Gesamtdeutschland leben und die Anzahl der Kraftfahrzeuge weiter zugenommen hat.

Diese Sicherheitsvorschriften haben also durchaus was gebracht.

Einmal habe ich auch richtig Glück gehabt: Neben den Windpocken erwischten mich auch irgendwann die Masern. Die Masern habe ich zum Glück wohl ohne spätfolgen überstanden. Ich lag aber bestimmt 2 Wochen flach. Mit einem Impfsschutz wären mir diese Strapaatzen auch erspart geblieben und ein Jucken am ganzen Körper zu haben wenn man eh schon Neurodermitis hat war auch nicht gerade angenehm. Ich weis aus meiner Umgebung von keinem Masernfall der zu schweren Komplikationen geführt hat. Alle Kinder aus meiner Klasse haben damals das ganze wohl mit Glück gut uberstanden. Masern können aber auch eine tödliche Hirnhautentzündung verursachen und da hat man definitiv kein Glück mehr.

Also bevor ihr nächstes mal einen so tollen Text, wo drin steht das ihr irgendwas damals ja auch überlebt habt, verlinkt, retweetet, liked oder teilt denkt doch mal bitte über die Leute nach die auf der Strecke geblieben sind. Das waren nämlich einige!

21. Mai 2015 4 21 /05 /Mai /2015 09:20

So, als selbst teilweise Betroffener durch den Streiks der GDL Mitglieder der Deutschen Bahn muss ich jetzt selbst dazu auch noch was loswerden.

Der GDL geht es nur teilweise um mehr Geld. Es geht auch um das Streikrecht im Allgemeinen. Es liegt zurzeit ein Gesetzentwurf vor das nur noch die Gewerkschaften streiken dürfen die den größten Arbeitgeberanteil stellen. eine kleine Gewerkschaft die dann nur ein Teil der Beschäftigten vertritt hat damit praktisch keine Verhandlungspostion mehr.

Wenn z.B Piloten die eine eigene Gewerkschaft haben streiken wollten aber die Flugbegleiter die in der Mehrzahl durch eine andere Gewerkschaft vertreten werden nicht dürfen die Piloten nicht streiken.

Wenn man sich z.B. durch eine Gewerkschaft nicht genug vertreten fühlt und mit den Kollegen selbst eine neue aufbaut diese aber nicht mindestens 50% der Mitarbeiter im Betrieb vertritt hat man kein Streikrecht und keine Verhandlungsposition.

Deshalb habe ich teilweise Verständnis für die GDL mit ihren Forderungen.

Kein Verständnis habe ich allerdings dafür das eine Zeitlang nur bestimmtes Bahnpersonal in die GDL eintreten durfte. Jetzt wo die größe der Gewerkschaft doch entscheidend ist wird diese Regelung geändert. Früher durften nur die Lokführer eintreten. Jetzt jedes Personal was auf einem Zug mitfährt.

Ich kann mich erinnern das früher ausser ein paar Ausnahmen wie z.B. der Streik im öffentlichen Dienst 1992 nicht so radikal gestreikt wurde. Da hat z.B. die GDL mal bei der Bahn mal für einen Vormittag nach dem Berufssverkehr für ein paar Stunden den Betrieb eingestellt. Dann wurde vollkommen ohne großes Trara neue Arbeitsbedingungen ausgehandelt und das war es.

Warum geht das heute nicht mehr so?

Vielleicht sollte man die Verhandlungspartner beider Seiten mehr unter Druck setzen. Vor ein paar Hundert Jahren musste ein neuer Papst gewählt werden. Die Kardinäle kamen zu keiner Einigung. Die Papstwahl fand damals wohl nicht in Rom statt sondern in einem kleine Ort wo die Bewohner verpflichtet waren die Kardinäle plus Anhängsel zu versorgen. Die Kardinäle kamen aber nicht zu einer Einigung. Den Dorfbewohnern wurde das ganz auch zu teuer. Also setzten sie die Kardinäle praktisch ins Freie in dem sie das Dach des Verhandlungsgebäudes abdeckten und jeder darin Wind und Wetter ausgesetzt waren.

Deshalb mein Vorschlag für eine schnellere Schlichtung:

Packt die Verhandlungsführer in einen alten Regionalbahnwaggons ohne Klimaanlage die nur noch für Sonderfahrten zu Fussballspielen oder zum Karneval nach Köln verwendet werden.

Täglich 16 Stunden wird dann dieser Waggon durch Deutschlad gefahren. Ich denke das würde sehr viel schneller zu einer Einigung führen als wenn man sich in einem 5 Sterne Hotel trifft und bei Kaffee und Kuchen verhandelt.

Jetzt noch was zu den Leuten die meinen die Bahner wären überbezahlt. und jeder könnte diesen Job machen:

Als Lokomotivführer hat man eine Verdammt hohe Verantwortung. Entweder für Passagiere oder eine Fracht die vom Wert schnell in den mehrstelligen Millionenbereich gehen kann. Dazu kommt das wenn Fracht transportiert wird sich ein Zug theoretisch auch in eine rollende Bombe verwandeln kann. 20 Kesselwagen mit Benzin und Flüssiggas sind eine explosive Mischung und mehrfach jeden Tag in Deutschland unterwegs.

Also ganz klar ist ein Job bei der Bahn von hoher Verantwortung geprägt.

Wer meint man könnte den kompletten Bahnverkehr nur mit Computern steuern und dadurch das Menschliche Personal ersetzen sollte sich einmal Fragen wie realisierbar so ein System in der sicheren Ausführung ist. Ein Mensch erkennt eher Gefahrensituationen am Zug und auf der Strecke. Ich bezweifel ob das auch ein Computer kann. Ich denke es würde nicht gut kommen wenn ein Zug in einen Bahnhof einfährt und an dem Triebfahrzeug hängen die überreste eines Größeren Tieres oder schlimmeres weil der Computergesteuerte Zug stur seinem Fahrplan gefolgt ist.

So das war mal mein Senf dazu.

Da könnt ihr mal das nächste mal wenn ihr am Bahnsteig auf den Zug wartet darüber ein paar Minuten drüber nachdenken.

Ein paar Minuten? Ihr schaft auch sicher mehr!

Glück Auf!

6. Mai 2015 3 06 /05 /Mai /2015 00:19

Vor einiger Zeit sah ich das Buch "110 - Ein Bulle hört zu" von Cid Jonas Gutenrath auf einem Grabeltisch und nahm es für kleines Geld mit. Ich war sehr fasziniert von den Erlebnissn dieses Polizisten. Als ich dann sein neuestes Buch "Teddy oder wie ich lernte, die Menschen zu verstehen" in meinem Stammbuchladen sah habe ich es mir direkt gekauft ohne mir überhaupt den Klappentext durchzulesen oder auf den Preis zu achten. Die 14,99 Euro waren es mir einfach Wert mehr von diesem Mann zu Lesen.

Mein Vertrauen hat sich gelohnt und der Hund und dieser Mann haben mich mit ihren Erlebnissen und ihrer Sicht der Dinge absolut begeistert.

Der Ullstein Verlag hat ein Video bei den Fotoaufnahmen für das Buchcover gedreht was ich euch nicht vorhalten möchte:

Anstatt auf irgendwelche Versandseite zu verweisen würde ich euch bitten das Buch in eurem Lokalen Buchladen zu kaufen. Auch wenn sie es nicht da haben ist es meist innerhalb eines Tages geliefert.

3. Mai 2015 7 03 /05 /Mai /2015 11:58

Meine Zivi-Zeit ist jetzt gut 13 Jahre her. Ich habe ja schon vor einiger Zeit darüber geschrieben aber ich will mich jetzt nochmal zu meine Erfahrungen in der Kranken- und Altenpflege äussern.

Ich war frisch aus dem Fachabitur und hatte kaum Lebenserfahrung. Einen richtigen Job hatte ich da bisher auch nicht. Ich wollt mich auch meiner Staatsbürgerpflicht nicht entziehen und so habe ich anstatt auf eine Ausmusterung zu hoffen brav meine Verweigerung eingereicht. Die ging dann auch ohne Probleme durch. Ich wollte es mir einfach machen und bewarb mich um eine Zivi-Stelle im im berühmt-berüchtigten Krankenhaus in meinem Stadtteil. Von der Wohnung meiner Eltern hatte ich gut 15 Minuten Fussweg dahin.

De Zivi-Stellen für den Technischen Bereich waren schon besetzt, der Hol- und Bringedienst war auch besetzt und so wurde ich Zivi auf einer Station bzw. zweiter Stationen die recht eng zusammengearbeitet haben. Die eine Station war für Innere Medizin während die andere der ich fest zugeteilt wurde sich mit Geriatrie und Neurologie beschäftigte.

Als ich dort anfing wusste ich gar nichts über die Pflege. Ich wusste nicht wie man ein Bett richtig bezieht noch wie man einen Patientien richtig zudeckt. Von jemanden im Bett waschen fange ich erst gar nicht an. Ich hatte wirklich keine Ahnung wie das ganze ablief.

Ich erlebte wie auf einmal die Station so sehr ausgelastet waren das die Pflegerinnen bis nach dem Frühstück mit der Grundpflege beschäftigt waren.

Ich erlebte wie neue Patienten die aus einem Pflegeheim kamen laut Übergabe angeblich laufen und am Waschbecken versorgt werden konnten. Dies war natürlich nicht so. Keinee Ahnung ob wir da falsche Informationen bekommen haben oder sich da jemand bei der Übergabe vertan hat.

Ich habe Pflegepersonal kennen gelernt das sich gefragt ob sie noch ihren Job gut machen.

Ich habe erlebt wie immer mehr Aufgaben auf das Pflegepersonal abgewälzt wurden die wirklich nichts mit der Pflege zu tun hatten.

Als Beispiel fällt mir da ein das Heißwasser und Kaffee nicht mehr beim Frühstück und Abendessen von der Küche geliefert wurden sondern von uns in die Kännchen aufgefüllt wurden. Da ist dann erstmal 15 Minuten eine Qualifizierte Pflegekraft damit beschäftigt gewesen Kaffee an einer Maschine zu Zapfen die eigentlich gar nicht dafür ausgelegt ist solche Mengen in kurzer Zeit auszugeben.

Dazu kam das jeder Pflegehandgriff dokumentiert werden muss um sich rechtlich abzusichern. Es kam auch vor das die Polaroid-Kamera gebraucht wurde um einen Dekubitus zu dokumentieren.

Irgendwann war ich dann keine Zusatzkraft mehr sonder wurde fest mit eingeplant obwohl ich gar keine Qualifikation besass. Ich habe versucht den Qualifizierten Personal soweit wie möglich den Rücken frei zu halten. Dafür konnte ich wenn Zeit dafür da war auch einiges Lernen.

Ich war im Pflegeteam voll integriert.

Danke Meggi, Melli, Vera, Steffi, Heirush, Daniel, Andreas, Anke, Daggi und alle desen Namen mir gerade icht einfallen. Auch ein Dank an einen Teil der ehemaligen Medizinstudenten die mich auch als Team-Mitglied akzeptiert haben.

Die Zivi Stelle für die Station wurde irgendwann gestrichen. Ich versuche immer noch den Kontakt zu halten und bekomme mit wie die Belastung dort immer größer wird.

Die Pflegenden gehen manchmal wirklich auf den Zahnfleisch. Die @emergencymum hat dann vor ein paar Tagen mich über Twitter auf die Aktion des Deutschen Verband für Pflegeberufe aufmerksam gemacht:

Manifest der Pflegeberufe

Es geht darum das in Zukunft mehr als ausreichend Fachkräfte für die Pflege zur Verfügung stehen. Sei es auf der Säuglingstation oder im Hospiz.

Menschen in Pflegeberufen kümmern sich um uns und unsere Angehörigen.

Sorgen wir dafür das sie die Wertschätzung und Anerkennung bekommen die sie verdienen!

27. März 2015 5 27 /03 /März /2015 23:47

Vor ein paar Tagen dachte ich noch was suchen Politiker und Co in Katastrophengebieten oder an Unglücksorten. Sie binden meist Kräfte die eigentlich besser eingesetzt werden könnten um Hilfe zu leisten. Von den Kosten abgesehen die Politiker dort hin und wieder zurück bringen möchte ich jetzt gar nicht anfangen.

Unsere Bundeskanzlerin war mit dem Spanischen und Französischen Staatschefs an der Unglückstelle in Südfrankreich. Sie haben unter anderem den zahlreichen Helfern gedankt die dort die Bergungsarbeiten durchführen oder unterstützen.

Ich bin grade nicht ein Fan der Bundeskanzlerin aber eigentlich hat sie dort nur ihren Job gemacht. Sie ist die gewählte Volksvertreterin der Deutschen und sie hat stellvertretend für die Bewohner dieses Landes den Helfern vor Ort gedankt.

Jeder der hilft ist froh über ein Danke. Besser als beleidigt, bedroht oder angegriffen zu werden.
Und um Danke zu sagen waren diese Volksvertreter dort auch an der Unglücksstelle.

Also sollte man auch dieses Danke annehmen.

19. November 2014 3 19 /11 /November /2014 12:16

Ich arbeite zur Zeit im Telefon Support eines Telekommunikationsanbieter für Privatkunden. Nehme Störungen auf, unterstütze Kd. bei der installation oder beantworte Fragen zu den Technischen Möglichkeiten der Geräte.

 

Dabei kommt es oft vor das Kunden sehr abhängig von Telefon und Internet sind. Manche arbeiten im Homeoffice, andere lassen ihre komplette Firmen-Telekommunikation über den anschluss laufen oder sagen das sie dringend den Telefonanschluss benötigen weil sie einen schwer kranken Angehörigen zuhause haben oder selbst schwer krank sind und nicht den Notruf wählen können.

 

Ich frage mich dann immer wieder wenn diese Kommunikationseinrichtungen lebenswichtig für diese Menschen sind warum haben sie dann kein Alternative dafür wenn etwas ausfällt.

 

Wenn jemand sein Geld von Zuhause übers Internet verdient in dem er z.B. als freier Journalist arbeitet warum investiert er nicht 10 bis 20 Euro für eine Mobile Datenflatrate um sicherzugehen das wenn auch sein "Normales" Internet ausfaällt er weiterhin seine Arbeiten pünktlich in der Redaktion abliefern kann.

 

Genauso wenn jemand auf schnelle Medizinische Hilfe angewiesen ist. Da muss ja nicht unbedingt das Modem oder die Leitung des Telekommunikationsanbieters defekt sein. Da kann auch ein defektes Endgerät schuld sein weil ein Netzteil oder Akku defekt ist.

 

Als technischer Kundenbetreuer kann ich den Kd. schlecht fragen warum er sich nicht ein Backup zugelegt hat.

 

Wenn es um Tausende Euro Verdienst oder ein Menschenleben geht sollte da eine investition von 10 bis 20 Euro im Monat für eine Zweite Internetverbindung oder 5 Euro alle 4 Monate für eine Prepaid-Karte nicht viel Geld, oder?